Spinnerei Herding (TEXTURIUM BOCHOLT®)
Der Landschaftsverband Westfalen Lippe, und das Westfälische Industriemuseum wollen durch die Erweiterung und Neuaufstellung des
Bocholter Textilmuseums ein Museum von internationalem Rang etablieren. Die ursprüngliche Konzeption sah bereits vor, die überregionale und
möglichst komplette Darstellung der Textilindustrie mit Hilfe der Auf- und Ausstellung kompletter Produktionsstraßen vorzunehmen. Hierzu wurden über einen Zeitraum von 30 Jahren mit 300-400 Großexponaten Europas umfangreichste Textilmaschinensammlung zusammengetragen und mit der Spinnerei Herding ein relativ großer Industriestandort als Ausstellungsort erworben.
Durch ein Gutachterverfahren sollte untersucht werden, ob und wie in der Spinnerei Herding, eine der umfangreichsten Sammlungen textiler Maschinen zu Ausstellungszwecken unter-gebracht werden kann.
Das Gutachterverfahren hat diesen Entwurf mit dem Ausstellungskonzept des Partnerbüros Rutsch und Rutsch zur weiteren Bearbeitung empfohlen.
Grundlagen für den Gebäudeentwurf:
Die Textilindustrie war bis in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts in Deutschland eines der bedeu-tenden produzierenden Gewerbe. Durch die Verlagerung der Produktion ins Ausland wurden viele der ehemals florierenden Betriebe geschlossen.
Bocholt zeichnet sich durch eine lange Tradition der innovativen Textilherstellung aus. Die Spinnerei Herding war schon im ausgehenden 19. Jahrhundert richtungsweisend für diese Industrie. Im Krieg kaum zerstört, wurde die Fabrik in den Nachkriegsjahren ausgebaut. Aber auch dieser Standort wurde geschlossen.
Die Ausstellung von Maschinen reicht alleine nicht aus, dem Standort das nötige Publikum zu verschaffen. Daher ist vorgesehen, in dem Neubau neben der alten Fabrik innovativen Textilprodukten ein Forum zur Selbstdarstellung zu geben. Hier soll sich die hoch technisierte deutsche Textilindustrie präsentieren, Neues miteinander erdenken und erarbeiten. Es wird ein Standort für den Austausch und der Kommunikation geschaffen, der in die Zukunft weist.
Als Leitmotiv stand das „Weberschiffchen“ Pate. Die textile Hülle wird durch Lichtfasern und steuerbare Transparenz zum Leben erweckt. Als pulsierende Skulptur schiebt sie sich neben der alten, schweren Backsteinarchitektur schwebend in den Straßenraum.
| Baudaten | |
| Auftraggeber: | Landschaftsverband Westfalen Lippe |
| Architekt: | GPK Architekten GmbH |
| Mitarbeit: | Architekt Jürgen Großmann |
| Ausstellungs- gestaltung: |
Rutsch und Rutsch www.rutsch-rutsch.de |
| Beratung: | Dr. Steinröx www.steinroex.de |
| Planungszeit: | 2007 - |
| Bauzeit: | |
| Nutzfläche: | Ca. 15700 m² |